Technisch informiert! Pellet
Technisch informiert! PelletEinzelfeuerstätten
Mit Holzpellets befeuerte Einzelfeuerstätten gibt es als Pelletöfen und Heizeinsätze. Diese werden zur Einzelraumbeheizung im Wohnbereich eingesetzt. Sie stehen als Öfen mit sichtbarer Flamme im Wohnraum und geben an diesen Strahlungs- und Konvektionswärme ab. Diese Wärmestrahlung wirkt auf den Menschen besonders behaglich und trägt zu Verbesserung des Wohnkomforts bei.
Die Pelletöfen verfügen über einen vom Brennraum abgetrennten, kleinen Vorratsbehälter, aus dem die Pellets automatisch in den Brennraum transportiert werden. Dort verbrennen die Pellets hinter einer Sichtscheibe. Eine Brenndauer von 24 bis 100 Stunden ist möglich. Der Vorrat kann per Hand auch während des Heizbetriebes aufgefüllt werden. Die Förderung der Pellets vom Vorratsbehälter in die Brennschale erfolgt vollautomatisch über eine Schnecke. Die Heizleistung kann hierbei von Hand eingestellt oder über Thermostat geregelt werden und bewegt sich in einem Leistungsbereich von 2 bis 10 kW oder 3 bis 15 kW. Einige Hersteller bieten auch eine Fernbedienung für den Ofen an. Das Verhältnis von Verbrennungsluft, Pelletmenge und Betriebstemperatur wird digital-elektronisch überwacht. Dadurch wird ein Verbrennungsvorgang mit geringen Abgaswerten und einem sehr hohen Wirkungsgrad erreicht.
Wasserführende Pelletöfen besitzen im Gegensatz zu Luftgeräten eine Wassertasche, an die ein Heizwasserkreislauf angeschlossen werden kann. Damit wird der Pelletofen zur Zentralheizung. Bei den meisten Systemen ist die Wassertasche so dimensioniert, dass 60 bis 80% der durch den Ofen bereitgestellten Heizleistung an den Heizkreis gehen und der Rest als Strahlungs- und Konvektionswärme direkt an den Aufstellungsraum abgegeben wird. Da der Ofen im Sommer nicht in Betrieb genommen werden kann, bietet sich die Kombination mit einer thermischen Solaranlage zur Trinkwassererwärmung an. Allerdings eignet sich ein solches Heizsystem mit wasserführendem Pelletofen lediglich für die Versorgung von Objekten mit geringem Wärmebedarf, z. B. Niedrigenergiehäuser.
Zentralheizungen
Auch die ganzjährige Beheizung von Wohngebäuden oder kleinen kommunalen Gebäuden mittels einer Pellet-Zentralheizung ist möglich. Die drei Hauptkomponenten sind hierbei Pelletlager, Austragungssystem und Pelletkessel. Eine Einsatzmöglichkeit sind halbautomatische Kompaktanlagen, die über einen Vorratsbehälter verfügen, der von Hand befüllt wird. Ein Vorratsvolumen von mindestens 400 Litern ist empfehlenswert.
Eine Alternative zur Kompaktanlage sind vollautomatische Pelletheizanlagen. Bei diesen wird der Kessel mit einer Förderschnecke oder einer Saugaustragung aus einem Lagerraum oder einem Tank vollautomatisch mit Pellets versorgt. Das Lager sollte dabei so groß sein, dass es ähnlich wie Heizöltanks nur einmal pro Jahr aufgefüllt werden muss. Die Anlieferung der Pellets erfolgt mit dem Pellet-Tankwagen.
Die Förderung mit einer Saugaustragung bringt zusätzliche Vorteile. So kann der Lagerraum bis zu 20 m vom Heizkessel entfernt liegen und muss auch nicht unbedingt ebenerdig zum Heizraum angeordnet sein. Dies ermöglicht die Lagerung der Pellets z.B. auch in Erdtanks. Pelletheizanlagen werden vollautomatisch geregelt. Die Zündung der Pellets erfolgt elektrisch. Eine Kombination des Pelletkessels mit einem Wärmespeicher ist sinnvoll und kann durch eine thermische Solaranlage zur Trinkwassererwärmung erweitert werden.
Des Weiteren werden Pelletbrenner zur Umrüstung bestehender Feststoffkessel auf Holzpellets angeboten. Auch sind verschiedene Kombinationslösungen auf dem Markt: Scheitholzkessel, in denen ebenso Pellets verbrannt oder die auch mit Hackschnitzeln beschickt werden können.
Bezüglich des Komforts stehen Pelletheizungen herkömmlichen Ölzentralheizungen in nichts nach, sofern die Anlieferung der Pellets mit einem Tankwagen erfolgt und das Lager über eine automatische Raumaustragung verfügt. Allerdings sind die gelegentliche Ascheentsorgung und die regelmäßige Reinigung der Heizflächen zu berücksichtigen. Letztere ist auch automatisch möglich, wenn etwas höhere Investitionen in Kauf genommen werden. Insgesamt liegen die Investitionen für eine Pellet-Zentralheizung noch über denen für eine Öl-Zentralheizung.
Holzpelletheizungen arbeiten mit unterschiedlichen Techniken der Beschickung: Heute aktuell sind zumeist die Unterschubfeuerung oder der Einsatz eines Walzenrostsystems.
Bei der Unterschubfeuerung werden die Pellets mittels einer Förderschnecke von unten in eine Art Brennteller gedrückt, verbrennen dort und die übrig bleibende Asche fällt über den Tellerrand in den darunter liegenden Aschebehälter.
Beim Walzenrostsystem hingegen fallen die Pellets von oben auf mehrere, sich langsam drehende Stahlscheiben mit geringem Zwischenraum. Ein Abstreifkamm reinigt je Umdrehung die Zwischenräume, so dass ebenfalls die Asche ungehindert nach unten durchfallen und Verbrennungsluft nach oben zugeführt werden kann.
Die heißen Verbrennungsgase werden danach über einen Wärmetauscher mit manueller oder automatischer Reinigung der Wirbulatoren in den Kamin geführt. Alle modernen Holzpelletheizungen sind mit einer Rückbrandsicherung ausgestattet, die einen Rückbrand in den Zubring-/Lagerbereich der Pellets unmöglich macht. Insgesamt sind moderne Pelletheizungen für einen sehr sicheren, nahezu vollautomatischen Betrieb ausgelegt, sodass lediglich noch regelmäßige Reinigungs- und Wartungsarbeiten im Abstand von Wochen oder Monaten notwendig sind.
Empfehlungen
Pellet-Lagerraum:
Der Lagerraum sollte so dimensioniert sein, dass der 1,2- bis 1,5-fache Jahresbedarf eingelagert werden kann.
Brennstoff:
Auf Qualität der Pellets achten! (z.B. geprüft nach DIN oder ÖNORM).
Heizung:
Wärmespeicher in das Heizsystem integrieren (reduziert Anzahl der Brennerstarts und vermindert Teillastbetrieb).
Schornstein:
In den meisten Fällen ist eine Feuchte unempfindliche Schornsteinkonstruktion erforderlich. Bemessung '
nach DIN 4705.
Die Kosten
Pellets sind gegenüber konventionellen Brennstoffen durchaus konkurrenzfähig – auch im Kostenbereich. Bisher ist der Preis für Pellets in Deutschland relativ stabil. Lose Pellets sind derzeit (Stand: Jan. 2005) frei Haus für etwa 180 Euro pro Tonne erhältlich. Dies entspricht in etwa einem Preis von 0,37 € pro Liter Heizöl. Zwar sind meist Mindestabnahmemengen vorausgesetzt, aber auch Mengenrabatte erzielbar. Sackware wird zurzeit zu einem Preis um 250 € pro Tonne angeboten.
Im Rahmen der Bundesförderung kann derzeit (Stand: Jan. 2005) bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen für Pelletkessel ein Zuschuss in Höhe von 60 € je kW Nennwärmeleistung (min. 1.700 €) gewährt werden. Die Fördersituation, die Preisentwicklung bei Holzpellets sowie ein Preisvergleich verschiedener Heizsysteme werden aktuell im Internet veröffentlicht.
Prognose
Zukünftig werden die Kosten für Energie ehernoch schneller steigen als in der letzten Zeit. Im Gegensatz dazu blieben die Kosten für Holzpellets in den letzten Jahren relativ stabil.
Zu einer weiteren Preiserhöhung für Öl und Erdgas werden langfristig auch die Endlichkeit der Vorkommen und die immer weiter ansteigenden Kosten für die Förderung beitragen, was den Preis dieser Rohstoffe nicht senken dürfte. Angesichts der Nutzungsdauer einer Heizungsanlage von ca. 20 Jahren ist dieser Effekt jedoch zu vernachlässigen, da sowohl Öl- als auch Gasvorkommen noch für Generationen reichen werden. Der immens steigende Rohstoff- und Energiebedarf seitens der wirtschaftlich stark aufstrebenden Länder wie zum Beispiel die Volksrepublik China und Indien sollte in die Prognose mit einfließen, da dieser die Preise weiter in die Höhe treiben wird!
